Mir liegt ein Angebot für eine kleinere Entwicklung (zwei Eurokarten) vor, und der Anbieter benutzt halt KiCAD.
Was ist davon zu halten?
Paul K.
Helium Voila
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Verfasst am: 27.04.2010, 10:42
Titel: AW: Hat hier jemand Erfahrung mit KiCAD?
KiCAD wird mittlerweile im Internationalen Bereich/ in Schwellenländern bei kleinen Firmen öfters verwendet.
In Deutschland ist es noch eher selten. Es gibt z.B. keine deutsche Symbolbibliothek dazu.
Es ist besser aber komplizierter als Target, viel besser als Sprint und gut vergleichbar mit Eagle.
Slim Jim
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Verfasst am: 30.04.2010, 07:48
Titel:
Ich habe Kicad für meiner Studienarbeit verwendet (Schrittmotorcontroller mit diskreter Treiberstufe und serieller Schnittstelle).
Die Suite besteht aus vier Programmen/ Tools:
- Einem Schaltplaneditor
- Einem Tool um den Bauteilen einen Footprint bzw. ein Gehäuse zuzuordnen
- Einem Layouttool
- Einem Gerberviewer
Einige Sachen haben mir leider nicht gefallen:
- Layouttool hatte keine Undo-Funktion (ist im aktuellen Release jedoch enthalten)
- Das Zeichnen von Footprints war zum Teil etwas mühsam (-> Kopieren, drehen, spiegeln von Linienkonstrukten)
- Tastaturshortcuts können (vielleicht in der aktuellen Version bereits geändert) nur im Schaltplaneditor geändert werden und die voreingestellten Shortcuts zwischen den einzelnen Tools zum Teil verschieden
Gut gefallen hat mir:
- Intuitive Bedienung
- Kompakte, weitestgehend aussagekräftige Menüs
- Die Workchain (Schaltplan erstellen, Footprints zuordnen, Layouten) orientiert sich an professioniellen Tools und hat den Vorteil das man sich während der Schaltungsentwicklung noch nicht auf einen Gehäusetyp o.ä. festlegen muss.
- läuft sehr schnell und stabil
- in der aktuellen Version ist auch das Erstellen eigener Designregeln möglich.
Fazit:
Während des ersten Entwurfs muss man sich etwas "durchwuseln" da die Hilfe leider nur die Programmteile erklärt die meiner Meinung nach so wie so selbsterklärend sind. Danach geht eigentlich alles sehr schnell von der Hand, selbst Schaltplansänderungen während der Layoutphase können noch problemlos umgesetzt werden.
Bedenkt man, dass dieses Programm unter GPL steht, somit kostenlos ist und keine Einschränkungen bietet kann ich es nur jedem empfehlen sich das ganze mal Anzuschauen. Ich persönlich war und bin hell auf begeistert! Das Programm wird stetig verbessert und es gibt sogar eine Wunschliste für kommende Features (die auch von den Entwicklern kommentiert wird!).
Zum Einsatz im professioniellen Umfeld kann ich leider nichts sagen.
Carolus Crassus
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Verfasst am: 06.05.2010, 13:41
Titel: Re: AW: Hat hier jemand Erfahrung mit KiCAD?
Helium Voila hat Folgendes geschrieben:
Es gibt z.B. keine deutsche Symbolbibliothek dazu.
Es ist besser aber komplizierter als Target, viel besser als Sprint und gut vergleichbar mit Eagle.
Der angegebene Mangel an Undo im Layout teil ist schon lange behoben.
Definitiv lassen sich neue Footprints leichter erstellen als mit Eagle.
In der aktuellen (gestern, 05.05.2010 veröffentlichten) Version sind wieder neue Features enthalten. Konte ich aber noch nicht testen. Angeblich soll die Erstellung von BOMs stark verbessert worden sein.
Es gibt ein Verdachtsmoment, daß die Gerber 247-X Files fehlerhaft sind.
Das betrifft aber nicht die normale Produktion von Leiterplatten, sondern wenn man ein Tool nimmt, das die Konturen der Leiterbahnen in Code zum steuern einer CNC-Fräse umsetzt, wenn man die Leiterplatten durch fräsen, und nicht durch ätzen erstellen möchte.
Wichtig ist auch, das bei open Source die verwendeten Dateiformate offen sind. Bei KiCAD sind sie, in Grenzen, als Klarschrift lesbar, und mit einem Editor zu bearbeiten. Das erlaubt eine einfache Konvertierung aus KiCAD heraus in andere Systeme. Insbesondere können sich andere Systeme gut der Symbol- und Modul/Footprintbibliotheken bedienen. Umgekehrt gibt es mittlerweile Möglichkeiten, Orcad und Eagle Bibliotheken nach KiCAD zu transformieren. Hier aufpassen wegen der Urheberrechte!
Ein Wehrmutstropfen ist die Begrenzung von KiCAD auf 16 Kupferlagen bei Multilayer.
So long, der krasse Carolus.
Hamburger Michel
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Verfasst am: 16.05.2010, 12:26
Titel: Re: AW: Hat hier jemand Erfahrung mit KiCAD?
Unsere russischen Zuarbeiter scheinen die Bibliothek nicht zu kennen, weil sie uns immer Schaltpläne mit Amisymbolen schicken.
Und nachdem wie mehrmals Ärger wegen geklautem Eagel hatten, aktzeptieren wir eben auch KiCAD.
Diese kicad Bibliothek ist übrigens die erste die ich sehe, die auch einen Totenkopf als Symbol beinhaltet. :O)
Ich finde es gut, das sie an Umfang deutlich über den EN60617 / DIN617 Ramen hinausgeht. Was allerdings noch fehlt noch fehlt, sind ein paar Gattersymbole.
Die Gerber Files von kicad sind übrigens ok. Jedenenfalls hat sich noch keiner unserer Platinenfabrikanten beklagt.
Michael
Paul K.
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Verfasst am: 29.05.2010, 10:27
Titel: Re: Hat hier jemand Erfahrung mit KiCAD?
Hallo
Paul K. hat Folgendes geschrieben:
Hallo.
Mir liegt ein Angebot für eine kleinere Entwicklung (zwei Eurokarten) vor, und der Anbieter benutzt halt KiCAD.
Was ist davon zu halten?
Paul K.
Die Platinen sind fertig. Die erste Nullserie läuft. Doku ist auch da. Der Leiterplattenhersteller und die Bestücker haben sich nicht beschwert.
Byebye, Paul
Franz K.
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Verfasst am: 27.06.2010, 16:04
Titel: Re: AW: Hat hier jemand Erfahrung mit KiCAD?
Helium Voila hat Folgendes geschrieben:
KiCAD wird mittlerweile im Internationalen Bereich/ in Schwellenländern bei kleinen Firmen öfters verwendet.
Nicht nur in Schwellenländern, auch hier in Deutschland. Bei dem derzeitigen Krisenzenario versuchen sich viele der entlassenen Entwicklungsingenieure als Freelancer durchzuschlagen. Und da kommt kicad als offenes System gerade recht.
Die Bedienung in den aktuellen Versionen ist sehr handlich.
Theo Gasselhoff
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Verfasst am: 15.08.2010, 15:12
Titel: Re: AW: Hat hier jemand Erfahrung mit KiCAD?
Franz K. hat Folgendes geschrieben:
Helium Voila hat Folgendes geschrieben:
KiCAD wird mittlerweile im Internationalen Bereich/ in Schwellenländern bei kleinen Firmen öfters verwendet.
Nicht nur in Schwellenländern, auch hier in Deutschland. Bei dem derzeitigen Krisenzenario versuchen sich viele der entlassenen Entwicklungsingenieure als Freelancer durchzuschlagen. Und da kommt kicad als offenes System gerade recht.
Die Bedienung in den aktuellen Versionen ist sehr handlich.
:-/
Allein die Tatsache, das solche Software als Open Source Freeware existiert, zeigt, das sich solche Software kaum noch verkaufen lässt. Kein Bedarf mehr. Die ganze Elektronikentwicklung wird jetzt in Asien gemacht.
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